Das Wichtigste zuerst
- Breites Angebot: Alle großen Mietwagenunternehmen (Sixt, Europcar, Hertz, AVIS) sowie Carsharing-Dienste wie Miles Mobility bieten 2026 Elektroautos zur Miete an.
- Kosten: Tagesmieten für ein Elektroauto starten je nach Anbieter und Modell ab ca. 40–80 €, zuzüglich Ladekosten.
- Laden: In der Regel ist das Laden beim Miet-E-Auto Eigensache, entweder über eine mitgelieferte Ladekarte oder eigene Ladekarten.
- Alternativen: Wer häufiger ein E-Auto nutzen möchte, sollte auch ein Auto-Abo oder E-Auto-Leasing in Betracht ziehen.
- THG-Prämie: Wer ein Elektroauto kauft oder langfristig least, kann zusätzlich eine THG-Prämie beantragen – diese liegt im Jahr 2026 realistisch zwischen 250 € und 450 €, je nach Anbieter und Marktlage.
Warum ein Elektroauto mieten?
Die Zahl der Elektroautos auf deutschen Straßen wächst, doch nicht jede:r möchte sofort kaufen oder leasen. Das Mieten eines E-Autos bietet eine risikofreie Möglichkeit, die Elektromobilität im Alltag auszuprobieren: Wie weit kommt man wirklich mit einer Ladung? Wie fühlt sich das Laden unterwegs an? Reicht die Reichweite für meine typische Strecke?
Gerade für Langstreckenfahrten, Urlaub oder Geschäftsreisen kann das Mieten eines Elektroautos auch wirtschaftlich sinnvoll sein, besonders wenn man selbst noch kein E-Auto besitzt oder das eigene Fahrzeug kurzfristig nicht verfügbar ist.
Typische Gründe fürs Elektroauto mieten:
- Elektromobilität unverbindlich testen, bevor man kauft
- Kurz- oder mittelfristiger Bedarf ohne Bindung
- Urlaubs- oder Geschäftsreisen mit komfortablem Elektrofahrzeug
- Ersatzwagen während einer Reparatur
- Ergänzung zum ÖPNV-Ticket für gelegentliche Fahrten
Wo kann man ein Elektroauto mieten? Die Anbieter im Überblick
Klassische Mietwagenunternehmen
Alle etablierten Mietwagenunternehmen haben ihr Angebot in den letzten Jahren deutlich um Elektromodelle erweitert. 2026 zählen E-Autos bei den meisten Anbietern bereits zum Standardsortiment:
- Sixt hat seine Elektroflotte konsequent ausgebaut, allerdings ohne Tesla: Nachdem Sixt Ende 2023 alle Tesla-Modelle wegen massivem Wertverlust und hoher Reparaturkosten aus der Flotte gestrichen hat, setzt der Anbieter 2026 auf Modelle von BYD, BMW, Mercedes und Stellantis-Marken wie Opel und Peugeot. Die Buchung erfolgt bequem per App.
- Europcar hat mit der Kategorie „Green Collection" ein eigenes EV-Segment geschaffen und kooperiert mit mehreren Ladeinfrastrukturanbietern.
- Hertz hat seine einst riesige Tesla-Flotte in den vergangenen Jahren stark zurückgefahren und zehntausende Fahrzeuge abverkauft. Vereinzelt sind noch Tesla-Modelle im Angebot, das Standardsortiment besteht aber zunehmend aus Fahrzeugen von BMW, Hyundai und Kia.
- AVIS und Budget setzen verstärkt auf Modelle wie den Volkswagen ID.4, Peugeot e-2008 und Renault Megane E-Tech.
- Enterprise punktet mit lokalen Stationen auch in Mittelstädten und bietet häufig Langzeitmietkonditionen an.
Tipp: Bei Flughafenstationen ist die Auswahl an Elektroautos in der Regel größer als in Stadtzentren. Buchung im Voraus lohnt sich besonders in der Hauptreisesaison.
Carsharing-Dienste
Für kürzere Zeiträume, stundenweise bis tageweise, sind Carsharing-Dienste oft die günstigere Alternative zur klassischen Autovermietung:
- Miles Mobility ist 2026 in zahlreichen deutschen Städten aktiv und bietet ein wachsendes E-Auto-Portfolio, darunter Modelle von VW und BMW. Das Besondere: Miles rechnet nach gefahrenen Kilometern ab, nicht nach Zeit wie frühere Dienste. Das nimmt den Stress im Stau heraus. Zusätzlich gibt es Tagespauschalen für längere Ausflüge.
- Stadtmobil und lokale Genossenschaften bieten stationsbasiertes Carsharing mit E-Fahrzeugen, oft günstiger und mit freiem Heimladen.
- Getaround ermöglicht es Privatpersonen, ihr Elektroauto kurzzeitig zu vermieten, eine gute Möglichkeit, günstig ein E-Auto zu mieten, und für Besitzer:innen ein Weg, Kosten zu decken.
Hinweis: Beim Carsharing gelten oft strenge Regeln bezüglich Ladestand bei Rückgabe. Das Fahrzeug muss häufig mit einem Mindestladestand (z. B. 20 %) zurückgegeben werden.
Elektroauto mieten: Was kostet das?
Die Kosten variieren stark nach Anbieter, Fahrzeugklasse, Mietdauer und Buchungszeitpunkt. Als grobe Orientierung gilt folgende Preisspanne für 2026:
Dazu kommen je nach Anbieter:
- Ladekosten: Meist nicht inklusive. Einige Anbieter liefern eine Ladekarte, andere lassen Mieter:innen selbst zahlen.
- Kilometer-Pakete: Viele Anbieter bieten Freikilometer (z. B. 200 km/Tag), darüber hinaus wird ein Aufpreis pro Kilometer fällig.
- Versicherungszusätze: Haftpflicht ist enthalten, Vollkasko ohne Selbstbeteiligung kostet meist 10–20 € mehr pro Tag.
- Junge-Fahrer-Zuschlag: Für Personen unter 25 Jahren erheben viele Anbieter Aufschläge.
Tipp: Wer mehrere Tage bucht, profitiert häufig von günstigeren Wochenpauschalen. Auch Buchungsplattformen wie Check24 oder Billiger-Mietwagen.de vergleichen Preise über mehrere Anbieter hinweg.
Laden beim gemieteten Elektroauto – so funktioniert's
Das Laden ist oft der größte Unsicherheitsfaktor beim erstmaligen Mieten eines Elektroautos. Dabei ist es in der Praxis meist einfacher als gedacht.
Variante 1: Ladekarte des Vermieters nutzen: Einige Anbieter legen eine eigene Ladekarte bei, die als Zugangsmittel an kompatiblen Ladesäulen dient. Wichtig: Das bedeutet nicht kostenloses Laden. Die verbrauchten Kilowattstunden werden in der Regel nach der Miete separat in Rechnung gestellt, teils mit einer zusätzlichen Servicegebühr des Vermieters. Die Karte erleichtert lediglich den Zugang, die Ladekosten trägt man selbst.
Variante 2: Eigene Ladekarte oder App nutzen: Wer bereits eine eigene Ladekarte besitzt, kann diese in der Regel auch beim Mietwagen verwenden. Wichtig: Die Kosten werden dem eigenen Konto belastet, nicht dem des Vermieters. Für das Ad-hoc-Laden ohne Karte fallen häufig höhere Preise an.
Variante 3: Plug & Charge – Laden ohne Karte; 2026 unterstützen immer mehr moderne Elektroautos den Plug & Charge-Standard (ISO 15118): Das Fahrzeug kommuniziert beim Einstecken automatisch mit der Ladestation und authentifiziert sich ohne physische Karte. Die Abrechnung läuft direkt über das Fahrzeugkonto, bei Mietwagen also über die Vermietung, die dir die Ladekosten anschließend weiterberechnet.
Das bekannteste Beispiel ist Tesla: Auch wenn Sixt und Hertz ihre Flotten deutlich ausgedünnt haben, sind Tesla-Fahrzeuge vereinzelt noch verfügbar und am Supercharger funktioniert das Laden vollautomatisch per Plug & Charge, ohne Karte oder App. Die Abrechnung übernimmt der Vermieter.
Wichtig: Herstellereigene Ladetarife wie BMW Charging oder Charge myHyundai sind an den Account des jeweiligen Fahrzeughalters geknüpft, also an die Autovermietung, nicht an dich als Mieter:in. Vergünstigte Konditionen über diese Programme stehen dir als Kurzzeitmieter:in in der Regel nicht zur Verfügung.
Wer wissen möchte, was eine Ladung beim Mietwagen kostet oder wie lange ein E-Auto zum Laden braucht, findet im E-Auto Ladekostenrechner nützliche Orientierung.
Hinweis: Einige Mietwagenunternehmen erwarten, dass das Fahrzeug mit vollem Akku zurückgegeben wird, ähnlich wie bei der Tankregelung beim Verbrenner. Gibt man es leer zurück, kann eine „Ladesäulen-Servicegebühr“ anfallen.
Worauf sollte man beim Mieten eines Elektroautos achten?
- Reichweite realistisch einschätzen: Die im Fahrzeugdatenblatt angegebene WLTP-Reichweite wird im Alltag selten vollständig erreicht, besonders bei hoher Autobahngeschwindigkeit, Kälte oder Klimaanlage. Mehr dazu, was die Reichweite beeinflusst, erklärt der Artikel zu E-Auto Reichweite und Tipps. Im Winter kann die nutzbare Reichweite um 20–40 % sinken, mehr dazu im Ratgeber zur E-Auto-Reichweite im Winter.
- Route und Ladeinfrastruktur vorab planen: Vor der Abfahrt sollten Ladestopps auf der Strecke einkalkuliert werden. Apps wie ABRP (A Better Route Planner), PlugShare oder die herstellereigene Navigation helfen bei der Routenplanung mit Ladepausen.
- Fahrzeug beim Abholen prüfen: Genau wie beim Verbrenner-Mietwagen sollte der Ladezustand (State of Charge) beim Abholen dokumentiert werden. Auch auf Kabelzustand und mitgeliefertes Zubehör (Ladekabel, Adapterstecker) achten.
- Stecker-Typ prüfen: In Europa ist der Typ-2-Stecker (AC-Laden) und CCS (DC-Schnellladen) Standard. Bei älteren Modellen oder Importfahrzeugen kann es Abweichungen geben. Wer auf Reisen geht, sollte sicherstellen, dass das Fahrzeug an gängigen Schnellladesäulen des Streckennetzwerks kompatibel ist.
Elektroauto mieten vs. Auto-Abo vs. Leasing
Das einmalige Mieten ist flexibel, aber bei regelmäßiger Nutzung schnell teuer. Wer ein E-Auto langfristig nutzen möchte, sollte Alternativen vergleichen:
Wer die Nutzungsdauer kennt, findet im Vergleich Auto-Abo vs. Leasing eine detaillierte Gegenüberstellung. Für alle, die über einen Kauf nachdenken, lohnt ein Blick auf den Ratgeber E-Auto kaufen – sinnvoll 2026?.
THG-Prämie: Nur für Eigentümer:innen und Leasingnehmer:innen
Wer ein Elektroauto lediglich mietet, hat keinen Anspruch auf die THG-Prämie, diese steht ausschließlich eingetragenen Halter:innen zu, also Personen, die im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) eingetragen sind. Kurzzeitmieter:innen sind das typischerweise nicht.
Anders sieht es bei langfristigen Leasingverträgen aus: Wer ein E-Auto least und als Halter:in im Fahrzeugschein eingetragen ist, kann jährlich eine THG-Prämie beantragen – 2026 realistisch zwischen 250 € und 450 €, je nach Anbieter.
Bei Auto-Abos hingegen bleibt in fast allen Fällen der Abo-Anbieter als offizielle:r Halter:in im Fahrzeugschein eingetragen und kassiert somit auch die THG-Prämie selbst. Diese fließt kalkulatorisch in die Abo-Rate ein. Nur in sehr seltenen Ausnahmefällen und meist gegen Aufpreis kann die Prämie an die Kund:innen weitergegeben werden. Wer ein E-Auto-Abo nutzt, sollte diesen Punkt bei Vertragsabschluss ausdrücklich klären.
Hinweis: Wer ernsthaft über den Umstieg auf ein Elektroauto nachdenkt, sollte die THG-Prämie als jährliche Einnahme einkalkulieren. Sie reduziert die Gesamtkosten des E-Autos spürbar und kann den Preisunterschied zu einem Verbrenner über die Zeit deutlich verringern.
Zusammenfassend: Elektroauto mieten lohnt sich – für den richtigen Anlass
Das Mieten eines Elektroautos ist 2026 so einfach und zugänglich wie nie zuvor. Die Angebote sind vielfältig, die Fahrzeuge modern, und die Ladeinfrastruktur in Deutschland hat sich deutlich verbessert. Für gelegentliche Fahrten, Urlaubsreisen oder den ersten unverbindlichen Test ist das Mieten eine ausgezeichnete Option.
Wer regelmäßig ein E-Auto benötigt, fährt mit einem Auto-Abo oder Leasing langfristig günstiger und kann zusätzlich von der THG-Prämie profitieren. Der Vergleich der verschiedenen Modelle lohnt sich in jedem Fall.
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Besuchte Quellen
- Quelle – Besucht am (28.05.2026 - 07:22 Uhr):
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/elektroauto/thg-quote/ - Quelle – Besucht am (28.05.2026 - 07:25 Uhr):
https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/elektroauto-privatleasing-foerderung-umweltpraemie/ - Quelle – Besucht am (28.05.2026 - 07:39 Uhr):
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/emobilitaet/eautopraemie-2026-so-sichern-sie-sich-bis-zu-6000-euro-116489

