Was ist die Easee Home Wallbox?
Die Easee Home Wallbox ist eine kompakte Ladestation des norwegischen Herstellers Easee, der das Unternehmen 2018 in Stavanger gegründet hat. Easee bezeichnet seine Ladestationen selbst als Laderoboter und setzt dabei auf ein modulares Konzept: Eine Rückplatte wird fest an der Wand montiert, die eigentliche Ladeeinheit lässt sich anschließend einfach aufstecken. Das reduziert sowohl das Gewicht als auch den späteren Austauschaufwand, falls ein Defekt auftritt.
Wichtig zu wissen: Die ursprüngliche Easee Home wird ebenso wie die früheren Modelle Easee Charge und Easee Charge Lite inzwischen nicht mehr neu produziert. Easee hat sein Sortiment überarbeitet, unter anderem um Vorgaben wie den § 14a EnWG vollständig zu erfüllen. Direkter Nachfolger der Easee Home ist die Easee Charge Up, für größere Installationen übernimmt die Easee Charge Core die Rolle der früheren Charge-Reihe. Der Begriff Easee Home Wallbox hat sich im deutschen Sprachraum trotzdem als gängige Suchbezeichnung für die kompakte, smarte Easee-Ladestation für Eigenheime etabliert. Wer heute eine Easee Home Wallbox kaufen möchte, erhält automatisch die überarbeitete Nachfolge-Generation, in diesem Artikel der Einfachheit halber ebenfalls als Easee Home Wallbox bezeichnet. Mehr Informationen zur Wallbox findest du auch im Glossar-Eintrag zur Wallbox.
Ausstattung und technische Daten der Easee Home Wallbox
Die Easee Home Wallbox lädt sowohl einphasig als auch dreiphasig und passt die Ladeleistung automatisch an das angeschlossene Elektroauto an. Im Überblick:
- Ladeleistung 1-phasig: 1,4 kW bis 7,4 kW
- Ladeleistung 3-phasig: 4,1 kW bis 22 kW
- Anschluss: Typ-2-Ladesteckdose
- Gewicht: rund 1,5 kg
- Gehäuseschutzklasse: IP54, für Innen- und Außenmontage geeignet
- Konnektivität: WLAN (2,4 GHz) sowie integrierte eSIM mit kostenlosem 4G/LTE
- Steuerung über die Easee App: Ladevorgänge starten, planen und auswerten
- Erweiterbar mit dem Easee Equalizer für dynamisches Lastmanagement bei bis zu drei Ladepunkten an einer Zuleitung
Tipp: Wer mehrere Ladepunkte für ein Mehrfamilienhaus, eine Tiefgarage oder eine kleine E-Flotte plant, sollte direkt den Easee Equalizer mit einplanen. So lässt sich die verfügbare Netzanschlussleistung automatisch auf alle angeschlossenen Wallboxen verteilen.
Sicherheit: Die Diskussion um die Easee Wallbox einordnen
2023 hat die schwedische Behörde für elektrische Sicherheit, Elsäkerhetsverket, mehrere Wallboxen getestet und bei der Easee Home Mängel in der Dokumentation sowie bei einem Überspannungstest festgestellt. Im Zentrum stand die Frage, ob der verbaute, softwarebasierte Fehlerstromschutz die gleichen Anforderungen erfüllt wie ein klassischer mechanischer FI-Schutzschalter. In der Folge verhängte die Behörde im März 2023 ein Verkaufsverbot für die Modelle Home und Charge in Schweden, dem zunächst auch ein vorläufiger Verkaufsstopp in den Niederlanden folgte. Bereits installierte Geräte waren von den Maßnahmen ausdrücklich nicht betroffen.
Easee legte gegen die Entscheidung Berufung ein und passte in den folgenden Jahren sowohl die technische Dokumentation als auch interne Abläufe an. Die Schweizer Behörde ESTI bestätigte im März 2024, dass die Easee-Dokumentation den Anforderungen entspricht. Im Oktober 2025 stellte die schwedische Elsäkerhetsverket das gegen Easee laufende Aufsichtsverfahren schließlich offiziell ein, womit auch die jährliche Berichtspflicht für das Unternehmen entfiel. Das ursprüngliche Verkaufsverbot in Schweden blieb davon zwar formal unberührt, der mehrjährige Streit um die Zertifizierung gilt mit der Verfahrenseinstellung aber als weitgehend beigelegt.
In Deutschland kam es zu keinem behördlichen Verkaufsverbot, auch wenn die Bundesnetzagentur den Fall 2023 ebenfalls prüfte. Da die betroffenen alten Modelle Home und Charge inzwischen ohnehin nicht mehr neu produziert werden, ist die Diskussion für aktuelle Käufe der Nachfolgemodelle Charge Up, Charge Max und Charge Core inzwischen weitgehend gegenstandslos. Wer bereits eine ältere Easee Home besitzt, kann diese laut Herstellerangaben unverändert weiterbetreiben.
Hinweis: Unabhängig vom Hersteller gilt: Jede Wallbox muss von einer Elektrofachkraft installiert werden. Lass dir bei der Inbetriebnahme die Funktion der Schutzeinrichtungen schriftlich bestätigen, das gibt dir zusätzliche Sicherheit und Nachweisbarkeit.
Voraussetzungen für Installation und Anmeldung
Für den Betrieb einer Easee Home Wallbox gelten in Deutschland die üblichen Anforderungen für private Ladestationen:
- Installation ausschließlich durch eine Elektrofachkraft gemäß VDE-AR-N 4100 und VDE 0100-722
- Bis 11 kW Ladeleistung reicht eine reine Anmeldung beim Netzbetreiber, eine Ablehnung ist hier nicht möglich
- Bei mehr als 11 kW ist zusätzlich die Zustimmung des Netzbetreibers nach NAV § 19 erforderlich. Seit der Reform des § 14a EnWG darf diese Zustimmung aber nicht mehr pauschal wegen befürchteter Netzüberlastung verweigert werden, sondern nur noch bei einer konkreten Gefährdung der Netzsicherheit.
- Vorgeschalteter, normaler Leitungsschutzschalter zur Absicherung der Zuleitung. Bei den aktuellen Modellen Charge Up und Charge Max ist laut Easee-Installationshandbuch bereits ein FI-Schutzschalter Typ A (30 mA AC) sowie ein 6 mA DC-Fehlerstromdetektor werkseitig im Ladegerät integriert, ein zusätzlicher externer FI-Schutzschalter ist dadurch im Regelfall nicht mehr nötig. Die Elektrofachkraft prüft im Einzelfall, ob die genauen Installationsbedingungen dafür erfüllt sind
- Eigene Absicherung der Zuleitung, idealerweise auf einem separaten Stromkreis
Im Gegenzug für die mögliche Steuerung durch den Netzbetreiber profitierst du als Betreiber:in einer steuerbaren Wallbox dauerhaft von reduzierten Netzentgelten. Mehr zu den rechtlichen Rahmenbedingungen findest du im Beitrag zur
§ 14a-EnWG-Wallbox-Regelung. Einen Überblick über typische Installationskosten bietet der Artikel zu den Wallbox-Installationskosten 2026.
Preise und Modelle der Easee Wallbox im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Easee-Modelle für den deutschen Markt. Die genannten Preise basieren auf aktuellen Preisvergleichen (Stand Mai/Juni 2026) und verstehen sich als unverbindliche Richtwerte ohne Installation, sie können je nach Händler und Verfügbarkeit abweichen.
Hinweis: Die frühere Einstiegsvariante Easee Charge Lite wird nicht mehr produziert und ist, falls überhaupt, nur noch als Restbestand bei einzelnen Händlern erhältlich. Für Neukäufe übernimmt die Easee Charge Up diese Rolle.
Hinzu kommen die Kosten für Installation, Zuleitung und gegebenenfalls den Easee Equalizer. Einen umfassenden Vergleich aller Kostenfaktoren bietet der Beitrag Wallbox Kosten 2026 im Check.
Easee Home Wallbox und THG-Prämie: Ladestrom vergüten lassen
Eine Easee Home Wallbox lädt nicht automatisch eine THG-Prämie aus, solange sie ausschließlich privat genutzt wird. Damit der geladene Strom über die Treibhausgasminderungsquote vergütet werden kann, muss der Ladepunkt im Ladepunktregister der Bundesnetzagentur als halböffentlich oder öffentlich zugänglich registriert sein. Erst dann kann das Umweltbundesamt die eingesparten Treibhausgasemissionen zertifizieren und der geladene Strom als THG-Quote verkauft werden.
So gehst du vor:
- Easee Home Wallbox fachgerecht installieren und beim Netzbetreiber anmelden
- Ladepunkt bei der Bundesnetzagentur als halböffentlich oder öffentlich zugänglich registrieren (wenn du die Voraussetzungen hierfür erfüllst), eine Anleitung dazu bietet der Beitrag Ladepunkt bei der Bundesnetzagentur anmelden
- Ladepunkt im Ladestromportal von emobility.energy registrieren
- Geladene Strommenge zertifizieren lassen und die THG-Prämie für Ladeinfrastruktur erhalten
Die Auszahlung richtet sich nach der tatsächlich geladenen Strommenge. Der genaue Wert hängt vom Marktpreis der THG-Quote sowie vom jeweiligen Modell ab. Mehr zu den Voraussetzungen findest du im Beitrag THG-Prämie für die Wallbox sowie in der Anleitung THG-Prämie für die Wallbox beantragen. Was genau ein halböffentlicher Ladepunkt ist, erklärt der Glossar-Eintrag zum halböffentlichen Raum.
Hinweis: Die Bundesnetzagentur prüft die Angaben zur öffentlichen Zugänglichkeit genau. Eine Easee Home Wallbox in der privaten Garage oder Einfahrt gilt nur dann als öffentlich zugänglich, wenn sie tatsächlich und mit ausreichender Regelmäßigkeit von einem unbestimmten Personenkreis genutzt werden kann, beispielsweise zu festgelegten Zeiten. Eine bloß symbolische Öffnung für wenige Minuten am Tag erfüllt die Anforderungen der Ladesäulenverordnung nicht und wird von der Bundesnetzagentur abgelehnt. Plane den Schritt zur öffentlichen Ladestation daher realistisch und mit echtem Zugang für Dritte.
Hinweis: Betreiber:innen mehrerer Ladepunkte, etwa in Mehrfamilienhäusern, Hotels oder auf Parkflächen, können ihre Anlagen ebenfalls über das Ladestromportal anmelden. Auch für E-Flotten lohnt sich der Blick auf die THG-Prämie für Flottenbetreiber:innen.
Unabhängig von der Wallbox kannst du als Halter:in eines Elektroautos außerdem jährlich die klassische THG-Prämie für dein Fahrzeug mit unserem THG-Prämienrechner ermitteln und beantragen. Einen Vergleich der aktuellen Prämienmodelle findest du unter THG-Quote im Vergleich. Wie der Handel mit CO₂-Zertifikaten grundsätzlich funktioniert, erläutert der Beitrag CO2-Zertifikate verkaufen.
Vor- und Nachteile der Easee Home Wallbox
Vorteile:
- Sehr geringes Gewicht und kompaktes, modulares Design
- Automatische Phasenumschaltung passend zum Fahrzeug
- Lebenslang kostenloses 4G zusätzlich zum WLAN
- Übersichtliche App-Steuerung mit Verbrauchsstatistiken
- Skalierbar für mehrere Ladepunkte über den Easee Equalizer
- Werkseitig integrierter FI-Schutzschalter Typ A bei Charge Up und Charge Max spart in der Regel einen externen FI-Schutzschalter im Sicherungskasten
Nachteile:
- Mehrjährige öffentliche Diskussion über die Zertifizierung des integrierten Fehlerstromschutzes
- Steuerung weitgehend cloudbasiert, keine native lokale Modbus-Schnittstelle in den Standardmodellen
- Ladekabel bei einigen Modellen separat erhältlich
- Bidirektionales Laden nur über ein gesondertes Modell verfügbar
Zusammenfassend
Die Easee Home Wallbox bleibt 2026 eine der bekanntesten Ladestationen für Privathaushalte in Deutschland und überzeugt durch kompaktes Design, automatische Phasenumschaltung und eine durchdachte App-Steuerung. Die Sicherheitsdiskussion aus den Jahren 2023 bis 2025 ist mit der Einstellung des schwedischen Aufsichtsverfahrens weitgehend abgeschlossen, eine fachgerechte Installation und Anmeldung beim Netzbetreiber bleiben aber in jedem Fall Pflicht. Wer den eigenen Ladepunkt zusätzlich öffentlich zugänglich macht, kann den geladenen Strom über das Ladestromportal von emobility.energy zertifizieren lassen und so von der THG-Prämie profitieren.
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Häufig gestellte Fragen zur Easee Home Wallbox
Ist die Easee Home Wallbox 2026 noch sicher und in Deutschland erhältlich?
Ja. Die schwedische Aufsichtsbehörde Elsäkerhetsverket hat das gegen Easee laufende Verfahren im Oktober 2025 offiziell eingestellt. In Deutschland kam es zu keinem behördlichen Verkaufsverbot, Easee Home und die Nachfolgemodelle werden weiterhin über zahlreiche Fachhändler vertrieben.
Welche Ladeleistung bietet die Easee Home Wallbox?
Die Easee Home Wallbox lädt dynamisch zwischen 1,4 kW und 22 kW, je nachdem, ob einphasig oder dreiphasig geladen wird. Die Ladeleistung passt sich automatisch an das angeschlossene Elektroauto an.
Wird die Easee Home Wallbox noch verkauft?
Die ursprüngliche Easee Home wird nicht mehr neu produziert. Wer heute eine Easee Home Wallbox kaufen möchte, erhält automatisch den direkten Nachfolger Easee Charge Up mit vergleichbarer Ladeleistung und überarbeiteter Technik. Bereits installierte ältere Geräte können unverändert weiterbetrieben werden.
Muss ich meine Easee Wallbox beim Netzbetreiber anmelden?
Ja. Bis 11 kW reicht eine reine Anmeldung beim Netzbetreiber, eine Ablehnung ist hier ausgeschlossen. Bei mehr als 11 kW ist zusätzlich die Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich, die seit der Reform des § 14a EnWG aber nur noch bei konkreter Gefährdung der Netzsicherheit verweigert werden darf.
Kann ich mit einer Easee Home Wallbox eine THG-Prämie erhalten?
Eine THG-Prämie für die Wallbox erhältst du, wenn der Ladepunkt im Ladepunktregister der Bundesnetzagentur als echt öffentlich oder halböffentlich zugänglich registriert ist und der geladene Strom über das Ladestromportal von emobility.energy angemeldet wird. Eine rein symbolische Öffnung reicht dafür nicht aus.
Brauche ich einen externen FI-Schutzschalter für die Easee Wallbox?
Bei den aktuellen Modellen Charge Up und Charge Max ist laut Easee-Installationshandbuch bereits ein FI-Schutzschalter Typ A (30 mA AC) sowie ein 6 mA DC-Fehlerstromdetektor werkseitig im Ladegerät integriert. Ein zusätzlicher externer FI-Schutzschalter ist dadurch im Regelfall nicht mehr nötig, die Elektrofachkraft prüft dies aber im Einzelfall.
Was kostet eine Easee Home Wallbox 2026?
Der aktuelle Nachfolger Easee Charge Up ist laut Preisvergleichen 2026 ab rund 550 Euro erhältlich, die Variante Charge Max mit MID-zertifiziertem Zähler ab rund 640 Euro. Hinzu kommen die Kosten für Installation und Zuleitung durch eine Elektrofachkraft.
Besuchte Quellen
- Quelle – Besucht am (24.06.2026 - 07:02 Uhr):
https://www.electrive.net/2025/10/02/schwedische-behoerde-stellt-easee-verfahren-ein/ - Quelle – Besucht am (24.06.2026 - 07:02 Uhr):
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/wallbox-steuerung-drosselung/ - Quelle – Besucht am (24.06.2026 - 07:05 Uhr):
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/wallboxen/easee-home-10103-id-4614/

