Welche Stromtarife gibt es für Elektroautos?
Wer ein E-Auto anschafft, merkt schnell: Der Haushaltsstromtarif ist nicht automatisch die günstigste Option für das Laden an der Wallbox. Der Markt für Stromtarife für Elektroautos hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, und bietet inzwischen verschiedene Modelle, die je nach Fahrverhalten und Haushaltssituation unterschiedlich attraktiv sind.
Grundsätzlich lassen sich vier Tariftypen unterscheiden:
- Standard-Haushaltsstromtarif (gemeinsamer Zähler)
- Autostromtarif (separater Zähler für die Wallbox)
- Kombitarif (Haus- und Autostrom gemeinsam, mit E-Auto-Vergünstigungen)
- Dynamischer Stromtarif (Preis folgt dem Börsenstrompreis)
Autostromtarife: Günstiger laden mit separatem Zähler
Ein Autostromtarif ist ein spezieller Stromvertrag, der ausschließlich für das Laden des Elektroautos über einen eigenen Zähler an der Wallbox gilt. Das klingt nach bürokratischem Aufwand, lohnt sich aber oft für Vielfahrer:innen.
Der entscheidende Vorteil: Die Wallbox gilt als sogenannte steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG. Der Netzbetreiber darf die Ladestation bei Netzüberlastung kurzzeitig drosseln, im Gegenzug fallen deutlich niedrigere Netzentgelte an, die der Stromanbieter in Form günstigerer Preise weitergibt.
Was das konkret bedeutet: Laut ADAC-Recherche im Februar 2026 lagen Autostromtarife bei Neukund:innen zwischen rund 19,74 und 34,05 Cent pro kWh, also im Schnitt 3 bis 4 Cent günstiger als vergleichbarer Haushaltsstrom. Bei einem typischen E-Auto-Jahresverbrauch von 2.500 kWh entspricht das einer Ersparnis von 75 bis 100 Euro pro Jahr, allein durch den Tarifwechsel.
Für wen lohnt sich ein Autostromtarif?
Ein separater Autostromtarif rechnet sich vor allem, wenn:
- die jährliche Fahrleistung über 10.000 Kilometer liegt
- im Zählerschrank Platz für einen zweiten Stromzähler vorhanden ist (oder eine Wallbox mit integriertem Zähler genutzt wird)
- das Laden regelmäßig zu Hause und nicht hauptsächlich an öffentlichen Ladesäulen stattfindet
Hinweis: Für Haushalte mit Wallbox (steuerbare Verbrauchseinrichtung) ist die jährliche Gebühr für das intelligente Messsystem (Smart Meter) gesetzlich auf 20 Euro gedeckelt. Die Fixkostenpauschale des Stromtarifs selbst, also die Grundgebühr des Anbieters, liegt bei Autostromtarifen häufig bei rund 100 bis 130 Euro pro Jahr. Wenigfahrer:innen mit weniger als 10.000 km pro Jahr fahren oft mit einem Kombitarif oder dem bestehenden Haushaltsstromvertrag günstiger.
Kombitarife: Alles aus einer Hand
Eine praktische Alternative ist der Kombitarif: Haus- und Autostrom werden über einen gemeinsamen Zähler abgerechnet, aber der höhere Gesamtverbrauch durch das E-Auto qualifiziert Kund:innen für günstigere Konditionen. Viele Anbieter ergänzen diese Tarife um attraktive Extras wie eine vergünstigte Wallbox, eine Ladekarte für unterwegs oder einen Wechselbonus.
Der Preisunterschied zum reinen Haushaltstarif ist bei Kombitarifen kleiner als bei echten Autostromtarifen, dafür entfällt der Aufwand für einen zweiten Zähler. Für Haushalte mit moderatem Fahrprofil und einem bereits gut verhandelten Haushaltsstromvertrag ist das häufig die einfachere Wahl.
Dynamische Stromtarife: Laden, wenn der Strom günstig ist
Die wohl innovativste Option unter den Stromtarifen für Elektroautos sind dynamische Stromtarife. Seit dem 1. Januar 2025 ist jeder Energieversorger in Deutschland gesetzlich verpflichtet, einen solchen Tarif anzubieten.
Wie funktioniert das? Der Preis pro kWh folgt dem aktuellen Börsenstrompreis (EPEX Spot), der sich seit Oktober 2025 sogar im 15-Minuten-Takt ändert. Wer sein E-Auto nachts oder in Stunden mit viel Wind- und Sonnenstrom lädt, zahlt deutlich weniger, in Ausnahmefällen können Börsenpreise sogar negativ werden, was durch den wachsenden Ausbau von Batteriespeichern im Netz aber deutlich seltener vorkommt als noch vor einigen Jahren.
Das Einsparpotenzial ist real: Eine gemeinsame Analyse von ADAC und Tibber aus dem Frühjahr 2025 zeigte, dass ein E-Auto-Haushalt mit dynamischem Tarif jährlich bis zu 296 Euro einsparen kann – im Vergleich zu einem teuren Bestandsvertrag sogar mehr. Seit Frühjahr 2025 lassen sich dynamische Tarife außerdem mit dynamischen Netzentgelten kombinieren, was weitere 300 bis 500 Euro Ersparnis pro Jahr ermöglichen kann.
Voraussetzungen für einen dynamischen Stromtarif:
- Ein Smart Meter (intelligenter Stromzähler) ist zwingend erforderlich. Seit 2025 hat jeder Haushalt mit Wallbox oder einem Verbrauch über 6.000 kWh/Jahr Anspruch auf die kostenfreie Installation, die Jahresgebühr ist auf 20 Euro gedeckelt.
- Flexibilität beim Ladevorgang: Wer täglich genau dann laden muss, wenn der Strom teuer ist, profitiert weniger.
- Eine App oder ein Energiemanagementsystem helfen dabei, günstige Ladezeiten automatisch zu nutzen.
Tipp: Viele moderne Wallboxen und E-Auto-Apps lassen sich direkt mit dynamischen Stromtarifen koppeln und starten den Ladevorgang automatisch in günstigen Preisfenstern, ganz ohne manuelles Eingreifen.
Laut offiziellen Zahlen der Bundesnetzagentur waren bis Herbst 2025 erst 3,8 % der deutschen Haushalte mit Smart Metern ausgestattet – doch die Quote steigt seit Jahresbeginn 2026 massiv. Da seit 2025 eine Installationspflicht für Haushalte mit Wallboxen gilt, dürfte die Gesamtabdeckung im Februar 2026 bereits in Richtung 10 bis 15 % tendieren. Wer heute eine neue Wallbox installiert, erhält den Smart Meter automatisch dazu.
Saisonale Unterschiede: Wann ist der Wechsel am sinnvollsten?
Stromtarife sind in Deutschland ein saisonales Geschäft. Die besten Neukund:innen-Konditionen gibt es statistisch gesehen im Frühherbst, besonders im Oktober, bevor die großen Vergleichsportale mit ihrer Winterwerbung den Markt aufheizen und die Preise steigen.
Wer seinen Tarif für das Laden des E-Autos optimieren möchte, sollte deshalb nicht auf die Werbung im November warten, sondern lieber im September oder Oktober aktiv vergleichen. Aktuell lagen die Preise für Neuverträge im Haushaltsstrom laut Verivox im Februar 2026 bei rund 23 bis 24 Cent pro kWh – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Bestandskund:innen zahlen im Schnitt noch rund 31 Cent oder mehr. Das Wechselpotenzial ist also weiterhin erheblich.
Ein Wechsel ist über Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox in wenigen Minuten möglich, die neuen Anbieter übernehmen in der Regel auch die Kündigung beim alten Versorger.
Welcher Tarif passt zu mir? Eine schnelle Orientierung
Noch mehr sparen: Die THG-Prämie nicht vergessen
Unabhängig vom gewählten Stromtarif können Halter:innen von Elektroautos einmal jährlich die THG-Prämie beantragen. Dabei werden die eingesparten CO₂-Emissionen des E-Autos zertifiziert und verkauft – der Erlös fließt direkt auf das Konto. Bei emobility.energy sind 2026 bis zu 450 Euro möglich. Der Antrag dauert nur wenige Minuten: Fahrzeugschein hochladen, fertig.
Wer auch eine öffentlich zugängliche Wallbox betreibt, kann zusätzlich über das Ladestromportal eine THG-Prämie für den abgegebenen Ladestrom beantragen, ein weiterer Baustein, um die laufenden Kosten des Elektroautos zu senken.
Tipp: Mit unserem E-Auto Ladekostenrechner lässt sich schnell ausrechnen, wie viel verschiedene Tarife im eigenen Alltag tatsächlich kosten.
Zusammenfassend: Der richtige Stromtarif macht einen spürbaren Unterschied.
Die Wahl des richtigen Stromtarifs ist für E-Auto-Fahrende kein Nebenschauplatz, sondern ein echter Hebel, um die Betriebskosten des Fahrzeugs zu senken. Autostromtarife lohnen sich für Vielfahrer:innen mit eigenem Zähler, Kombitarife punkten mit Einfachheit, und dynamische Stromtarife bieten Haushalten mit Smart Meter und flexiblem Ladeverhalten das größte Sparpotenzial.
Wer zusätzlich noch die jährliche THG-Prämie beantragt, holt das Maximale aus seinem Elektroauto heraus – und zahlt am Ende deutlich weniger als ein Verbrennerfahrer an der Tankstelle.
- Jetzt die THG-Prämie für 2026 beantragen: THG-Prämie 2026
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- Ladepunkt registrieren & Prämie sichern: Ladestromportal
- Fragen? Wir helfen gerne: hello@emobility.energy | www.emobility.energy
Besuchte Quellen
- Quelle – Besucht am (19.02.2026 - 08:39Uhr):
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/preise-tarife-anbieterwechsel/dynamische-stromtarife-fuer-wen-es-sich-lohnt-und-worauf-sie-achten-sollten-97836 - Quelle – Besucht am (19.02.2026 - 08:39 Uhr):
https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Infografiken/Energie/infografik-smart-meter-rolloutfahrplan.html - Quelle – Besucht am (19.02.2026 - 08:39 Uhr):
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Energie/SteuerbareVBE/start.html

