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THG-Quote für Ladepunkte: Voraussetzungen & Anerkennung (Update 2026)

Damit ein Ladepunkt im Rahmen der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) zertifiziert und vergütet werden kann, müssen spezifische rechtliche, technische und organisatorische Kriterien erfüllt sein. Diese Anforderungen stellen sicher, dass Strommengen manipulationssicher erfasst und dem Klimaschutzinstrument sauber zugeordnet werden können.

@KI-Generiert

In diesem Artikel:

Wann ist ein Ladepunkt anerkennungsfähig?

Ein Ladepunkt ist für die THG-Vergütung berechtigt, wenn er öffentlich zugänglich ist, gemäß AFIR/LSV-Vorgaben betrieben wird, eine aktive BNetzA-Registrierung (EVSE-ID) besitzt und über eine eichrechtskonforme Messung verfügt.

Die 4 zentralen Säulen der THG-Anerkennung

Um die Zertifizierung durch das Umweltbundesamt (UBA) zu erhalten, müssen Betreiber (CPOs) folgende vier Voraussetzungen lückenlos nachweisen:

1. Öffentliche Zugänglichkeit (nach AFIR & LSV)

Seit 2024/2025 greift verstärkt die europäische AFIR-Verordnung (Alternative Fuels Infrastructure Regulation). Ein Ladepunkt gilt als öffentlich, wenn er:

  • Grundsätzlich von jedem potenziellen Nutzer angefahren werden kann.
  • Keine dauerhaften Zugangsbeschränkungen (z. B. nur für Vereinsmitglieder) bestehen.
  • Ad-hoc-Laden ermöglicht (z. B. Kartenzahlung oder QR-Code ohne festes Abo).

2. Registrierung bei der Bundesnetzagentur (EVSE-ID)

Jeder öffentliche Ladepunkt muss im Register der Bundesnetzagentur (BNetzA) gemeldet sein.

  • Warum? Ohne die Bestätigung der Behörde und die Zuweisung einer eindeutigen EVSE-ID (Electronic Vehicle Station Equipment Identifier) lehnt das UBA die Zertifizierung ab.
  • Nachweis: Für die THG-Anmeldung ist der offizielle Registrierungsbescheid oder der Eintrag in der interaktiven Ladesäulenkarte notwendig.

3. Eichrechtskonforme Messung (MessEG)

Die Vergütung basiert auf den tatsächlich abgegebenen Kilowattstunden (kWh). Das Mess- und Eichgesetz (MessEG) schreibt vor:

  • Zähler: Einsatz von zertifizierten MID-Zählern oder Smart Meter Gateways.
  • Transparenz: Nutzer müssen die geladene Menge an der Säule oder via digitaler Signatur (Transparenzsoftware) prüfen können.
  • Revisionssicherheit: Die Datenübertragung muss manipulationssicher erfolgen (z. B. via OCPP-Protokoll).

4. Betriebsbereitschaft und technischer Standard

Ladepunkte müssen dem Stand der Technik entsprechen. Dazu gehören standardisierte Steckertypen (Typ 2 für AC, CCS für DC) sowie die Einhaltung der Sicherheitsvorgaben der Ladesäulenverordnung (LSV).

Vergleich: Welche Standorte profitieren von der THG-Quote?

Standort-Typ Beispiel THG-Berechtigung Bedingung
Öffentlicher Parkplatz Straßenrand, Raststätte Ja Volle LSV/AFIR-Konformität
Kundenparkplatz Supermarkt, Hotel Ja Zugänglich während der Öffnungszeiten
Mitarbeiterparkplatz Firmengelände Bedingt Nur bei öffentlichem Zugang (tagsüber)
Private Garage Wallbox zuhause Nein Fehlende Öffentlichkeit & BNetzA-Meldung

Praxis-Szenarien: Was oft übersehen wird

Das "Halböffentliche" Modell

Ein Hotelparkplatz, der durch eine Schranke gesichert ist, kann dennoch THG-Quoten generieren. Voraussetzung: Die Schranke muss während definierter Zeiten für die Allgemeinheit öffnen, und der Standort muss im BNetzA-Register als öffentlich geführt werden.

Fuhrpark-Optimierung

Unternehmen können die THG-Quote für ihre Flotte doppelt nutzen: Einmal für die Fahrzeuge selbst (pauschal) und zusätzlich für den Ladestrom, der an öffentlich zugänglichen Firmensäulen abgegeben wird.

Häufige Fragen (FAQ)

Muss der Ladestrom aus 100% Ökostrom stammen? 

Nein, für die Anerkennung ist die Stromherkunft nicht zwingend vorgeschrieben. Allerdings verbessert die Verwendung von nachweisbarem Grünstrom (Herkunftsnachweise) die ökologische Glaubwürdigkeit Ihres Unternehmensauftritts, auch wenn die THG-Quote auf Basis des deutschen Strommixes berechnet wird.

Wie lange dauert die Zertifizierung durch das Umweltbundesamt? 

Aufgrund der hohen Antragszahlen beim UBA sollte man aktuell mit einer Bearbeitungszeit von 3 bis 6 Monaten rechnen. Eine saubere Dokumentation der EVSE-ID und der Messprotokolle beschleunigt den Prozess.

Können DC-Schnelllader mehr THG-Quote generieren? 

Die Quote wird pro kWh berechnet. Da DC-Lader meist höhere Durchlaufmengen haben, ist der absolute Ertrag pro Ladepunkt hier deutlich höher als bei AC-Wallboxen.

Fazit: Maximale Erträge durch Konformität

Die Anerkennung eines Ladepunkts ist kein Selbstläufer, sondern an strikte regulatorische Vorgaben geknüpft. Werden die BNetzA-Registrierung, die AFIR-Konformität und das Eichrecht beachtet, wird die THG-Quote zu einer lukrativen Refinanzierung Ihrer Ladeinfrastruktur.

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