Wann ist ein Ladepunkt anerkennungsfähig?
Ein Ladepunkt ist für die THG-Vergütung berechtigt, wenn er öffentlich zugänglich ist, gemäß AFIR/LSV-Vorgaben betrieben wird, eine aktive BNetzA-Registrierung (EVSE-ID) besitzt und über eine eichrechtskonforme Messung verfügt.
Die 4 zentralen Säulen der THG-Anerkennung
Um die Zertifizierung durch das Umweltbundesamt (UBA) zu erhalten, müssen Betreiber (CPOs) folgende vier Voraussetzungen lückenlos nachweisen:
1. Öffentliche Zugänglichkeit (nach AFIR & LSV)
Seit 2024/2025 greift verstärkt die europäische AFIR-Verordnung (Alternative Fuels Infrastructure Regulation). Ein Ladepunkt gilt als öffentlich, wenn er:
- Grundsätzlich von jedem potenziellen Nutzer angefahren werden kann.
- Keine dauerhaften Zugangsbeschränkungen (z. B. nur für Vereinsmitglieder) bestehen.
- Ad-hoc-Laden ermöglicht (z. B. Kartenzahlung oder QR-Code ohne festes Abo).
2. Registrierung bei der Bundesnetzagentur (EVSE-ID)
Jeder öffentliche Ladepunkt muss im Register der Bundesnetzagentur (BNetzA) gemeldet sein.
- Warum? Ohne die Bestätigung der Behörde und die Zuweisung einer eindeutigen EVSE-ID (Electronic Vehicle Station Equipment Identifier) lehnt das UBA die Zertifizierung ab.
- Nachweis: Für die THG-Anmeldung ist der offizielle Registrierungsbescheid oder der Eintrag in der interaktiven Ladesäulenkarte notwendig.
3. Eichrechtskonforme Messung (MessEG)
Die Vergütung basiert auf den tatsächlich abgegebenen Kilowattstunden (kWh). Das Mess- und Eichgesetz (MessEG) schreibt vor:
- Zähler: Einsatz von zertifizierten MID-Zählern oder Smart Meter Gateways.
- Transparenz: Nutzer müssen die geladene Menge an der Säule oder via digitaler Signatur (Transparenzsoftware) prüfen können.
- Revisionssicherheit: Die Datenübertragung muss manipulationssicher erfolgen (z. B. via OCPP-Protokoll).
4. Betriebsbereitschaft und technischer Standard
Ladepunkte müssen dem Stand der Technik entsprechen. Dazu gehören standardisierte Steckertypen (Typ 2 für AC, CCS für DC) sowie die Einhaltung der Sicherheitsvorgaben der Ladesäulenverordnung (LSV).
Vergleich: Welche Standorte profitieren von der THG-Quote?
Praxis-Szenarien: Was oft übersehen wird
Das "Halböffentliche" Modell
Ein Hotelparkplatz, der durch eine Schranke gesichert ist, kann dennoch THG-Quoten generieren. Voraussetzung: Die Schranke muss während definierter Zeiten für die Allgemeinheit öffnen, und der Standort muss im BNetzA-Register als öffentlich geführt werden.
Fuhrpark-Optimierung
Unternehmen können die THG-Quote für ihre Flotte doppelt nutzen: Einmal für die Fahrzeuge selbst (pauschal) und zusätzlich für den Ladestrom, der an öffentlich zugänglichen Firmensäulen abgegeben wird.
Häufige Fragen (FAQ)
Muss der Ladestrom aus 100% Ökostrom stammen?
Nein, für die Anerkennung ist die Stromherkunft nicht zwingend vorgeschrieben. Allerdings verbessert die Verwendung von nachweisbarem Grünstrom (Herkunftsnachweise) die ökologische Glaubwürdigkeit Ihres Unternehmensauftritts, auch wenn die THG-Quote auf Basis des deutschen Strommixes berechnet wird.
Wie lange dauert die Zertifizierung durch das Umweltbundesamt?
Aufgrund der hohen Antragszahlen beim UBA sollte man aktuell mit einer Bearbeitungszeit von 3 bis 6 Monaten rechnen. Eine saubere Dokumentation der EVSE-ID und der Messprotokolle beschleunigt den Prozess.
Können DC-Schnelllader mehr THG-Quote generieren?
Die Quote wird pro kWh berechnet. Da DC-Lader meist höhere Durchlaufmengen haben, ist der absolute Ertrag pro Ladepunkt hier deutlich höher als bei AC-Wallboxen.
Fazit: Maximale Erträge durch Konformität
Die Anerkennung eines Ladepunkts ist kein Selbstläufer, sondern an strikte regulatorische Vorgaben geknüpft. Werden die BNetzA-Registrierung, die AFIR-Konformität und das Eichrecht beachtet, wird die THG-Quote zu einer lukrativen Refinanzierung Ihrer Ladeinfrastruktur.
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