Wo Sie 2026 noch günstig (oder ausnahmsweise kostenlos) laden
In Zeiten steigender Energiepreise ist es für E-Auto-Besitzer besonders attraktiv, Möglichkeiten zum kostenlosen Laden zu finden. Besonders der Einzelhandel hat sich als großzügiger Anbieter kostenfreier Ladestationen hervorgetan.
Doch mit der zunehmenden Etablierung von E-Autos im Alltag passen viele Anbieter auch ihre Angebote an. Lidl, Aldi und Kaufland haben bereits ein Bezahlsystem eingeführt, um sogenannten “Ladeschnorrern” vorzubeugen, die Ihr Fahrzeug nur zum Laden abstellen.
Aktuell (Stand 2026) gibt es nur noch wenige hundert verbliebene kostenlose Ladepunkte deutschlandweit. Die folgenden Anbieter gehörten lange Zeit zu den verlässlichsten Quellen, jedoch ist der Umstieg auf Bezahlsysteme fast überall abgeschlossen oder steht kurz bevor.
IKEA
Das schwedische Möbelhaus gehörte zu den letzten großen Ketten, die den kostenlosen Service anboten. Nach mehrjähriger Übergangsphase hat auch IKEA (wahrscheinlich Anfang 2025) die meisten seiner Ladepunkte auf ein reines Bezahlmodell umgestellt. In einigen wenigen Filialen sind Restbestände an 11-kW-AC-Ladesäulen unter Umständen noch als kostenloses Kunden-Lockmittel verfügbar, eine flächendeckende Gratis-Nutzung ist aber Geschichte.

HAGEBAU
Gratis-HPC-Laden (300 kW) ist ökonomisch nicht tragbar. Hagebau hat das kostenlose Laden beendet. Der Fokus liegt nun auf günstigen Tarifen während des Einkaufs, um die Kundenbindung zu erhalten.
HORNBACH
Wie die gesamte Baumarkt-Konkurrenz ist Hornbach dem Bezahlmodell gefolgt. Alle Schnellladesäulen sind nun kostenpflichtig, können aber weiterhin ohne Ladekarte einfach per QR-Code oder App gestartet werden.
BAUHAUS
Wie angekündigt, ist das Laden bei Bauhaus an allen Standorten kostenpflichtig. Die Abrechnung erfolgt über die EnBW mobility+ Ladekarte oder Roaming-Partner zu den dort üblichen Tarifen.
Nutzungsdauer & Geheime Netzwerke?
Die beschriebene Ausnutzung der kostenlosen Ladeangebote durch sogenannte "Ladeschnorrer" war der Hauptgrund für die Umstellung auf Bezahlsysteme. Da die meisten Anbieter nun Gebühren erheben, sind die Probleme der Blockierer und der "geheimen Netzwerke" stark zurückgegangen. Der Fokus liegt nun nicht mehr auf der Dauer des kostenlosen Ladens, sondern auf der Vermeidung von Blockiergebühren, die oft nach 60 oder 90 Minuten nach Beendigung des Ladevorgangs fällig werden.

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Kostenloses Laden bei Aldi Nord und Aldi Süd ist Geschichte
Noch bis vor kurzer Zeit zählte Aldi zu jenen Einzelhändlern, die ihren Kunden kostenlose Ladestationen für Elektroautos angeboten haben. Speziell Aldi Süd konnte in einem Netz von etwa 1.000 Ladepunkten einen enormen Mehrwert für Halter:innen von E-Autos anbieten.
Allerdings kam es vor, dass einige Besitzer von Elektroautos sich nicht an die gedachte Nutzung hielten und so zu "Ladeschnorrern" wurden. Dies führte dazu, dass die Parkplätze mit den Ladestationen oft von Personen belegt waren, die gar nicht bei Aldi einkauften. Aus diesem Grund wurde im Juni 2022 bei Aldi Süd eine Gebühr für das Laden eingeführt. Nun ist es möglich, die Ladestationen täglich, einschließlich Sonn- und Feiertagen, von 6:00 bis 22:00 Uhr, auch außerhalb der Geschäftszeiten zu nutzen.
Die Tarife bei Aldi wurden seit 2024 aufgrund gestiegener Strom- und Netzentgelte mehrfach angepasst. Aktuell belaufen sich diese auf (Stand: Januar 2026):
- Für 22-kW-Ladestationen verlangt Aldi einen Tarif von 39 bis 49 Cent pro kWh.
- Die Kosten für die Nutzung der CCS-Schnelllader (mit einer maximalen Leistung von 150 kW) betragen zwischen 59-69 Cent pro kWh.
Doch Achtung, bezahlen Sie mit einer Ladekarte könnte der abgerechnete Betrag höher ausfallen. Nur bei direkter Bezahlung mit Kredit- oder Debitkarte gelten die oben genannten Kurse.
LIDL zieht nach und wird teurer als Aldi
Lidl hat zwar ein wenig länger durchgehalten als Aldi, doch auch der Einzelhandelskette der Schwarz Gruppe hat das kostenlose Laden einstellen müssen. 60 Minuten konnten E-Auto-Fahrerinnen kostenlos laden und durch erneutes Anstecken das Laden von vorne beginnen lassen.
Um bei Lidl zu laden, benötigen Sie die Lidl Plus App oder Sie scannen den QR Code an der Ladesäule ein, um direkt über die Lidl Website aufzuladen. Auch über den eigenen Zahlungsservice Lidl Pay kann an einem der über 1300 Ladesäulen deutschlandweit kostengünstig getankt werden.
Angesichts steigender Betriebskosten, verursacht durch täglich 15 bis 20 Ladevorgänge pro Ladestation, haben Lidl und Kaufland die Notwendigkeit gesehen, Gebühren für das Laden von E-Autos einzuführen. Die aktuell gültigen Tarife für das Laden an ihren Stationen gestalten sich wie folgt (Schätzung für 2026, basierend auf Preisentwicklungen):
- Für AC-Ladepunkte bis zu einer Leistung von 43 kW beträgt der Preis 39 bis 49 Cent pro kWh.
- Bei DC-Ladepunkten mit einer Leistung bis zu 149 kW liegt der Preis bei 59 Cent pro kWh.
- Für DC-Ladepunkte, die eine Leistung von 150 kW oder mehr bieten, wird ein Preis von 69 Cent pro kWh berechnet.
Auch McDonald’s und Burger King setzen auf E-Mobilität
Auch im Fast-Food-Sektor tut sich was in Sachen E-Mobilität: McDonald’s verfolgte das Ziel, bis 2025 alle McDrive-Filialen in Deutschland mit DC-Schnellladesäulen auszurüsten, was eine Aufstockung auf 1000 Standorte bedeutete. Stand 2026 ist der Ausbau noch im Gange und wird voraussichtlich im Laufe des Jahres abgeschlossen. Die Ladevorgänge an den neuen DC-Säulen sind in der Regel kostenpflichtig.
Burger King hingegen steht noch am Anfang seiner E-Mobilitätsbemühungen. Es gibt Pläne für den Aufbau von Schnellladestationen, aber bisher sind nur vereinzelt Ladesäulen, wie etwa in Burgdorf, in Betrieb. Ob das Laden für Kunden kostenlos sein wird, wurde bisher nicht kommuniziert.
Kostenlose Ladestationen in Ihrer Nähe finden: Eine Anleitung
Auch wenn kostenlose Ladestationen für E-Autos seltener geworden sind, gibt es sie dennoch. Die Frage ist: Wie findet man diese in der eigenen Umgebung? Hier ein paar Tipps, die Ihnen dabei helfen, ohne Kosten Ihr E-Auto aufzuladen.
Goingelectric.de – Ihr Navigator zu kostenlosen Ladesäulen
Eine erste Anlaufstelle ist die Webseite Goingelectric.de. Diese bietet eine umfangreiche Datenbank an Ladesäulen in Ihrer Nähe. Um speziell kostenlose Ladestationen zu finden, nutzen Sie einfach die Filteroption „kostenlos laden“ unter „Optionen“.
Zusätzliche Details wie Anschlusstypen oder Erfahrungsberichte anderer Nutzer geben Ihnen Aufschluss über die Nutzbarkeit der Stationen.
Ein kleiner Haken: Auf Mobilgeräten zeigt die Webseite Schwächen in der Bedienbarkeit, insbesondere bei den Filtermöglichkeiten. Daher der Tipp: Planen Sie Ihre Route und checken Sie die Ladesäulen, die kostenloses Laden anbieten, vorab am PC.
Hier zur Interaktiven Karte von Goingelectric gelangen.
Die Mehr-Tanken-App – Mobiler Zugriff auf kostenlose Ladepunkte
Für die mobile Suche empfiehlt sich die Installation der „Mehr-Tanken“-App. Nach der Installation und Standortfreigabe können Sie über die Listenansicht und das Filtersymbol die Anzeige auf „nur kostenlose Ladesäulen anzeigen“ einstellen.
Obwohl es verlockend sein mag, spezifische Anforderungen wie den Anschlusstyp oder die Ladeleistung zu wählen, sollten Sie bei der Suche nach kostenlosen Stationen nicht allzu wählerisch sein, um eine ausreichende Anzahl an Ergebnissen zu erhalten.
Live-Verfügbarkeit prüfen mit „EinfachStromLaden“
Ein oft unterschätztes Problem bei der Suche nach Ladestationen ist die tatsächliche Verfügbarkeit. Um herauszufinden, ob eine Station frei ist, bietet sich die „EinfachStromLaden“-App von Maingau Energie an.
Zwar ist ein direkter Filter nach kostenlosen Ladestationen hier nicht möglich, doch in Kombination mit den oben genannten Methoden lässt sich so effektiv die Verfügbarkeit prüfen. Die App gibt Auskunft über die Belegung von 90.000 Ladepunkten, einschließlich der kostenlosen Optionen.

