Das Netz an Ladestationen ist bundesweit mittlerweile stark ausgebaut und bezahlt wird je geladener Kilowattstunde per Kreditkarte oder gegen eine monatliche Grundgebühr.
Unterschiede Aufladen zuhause und unterwegs
Das Aufladen des leeren Akkus für das Elektroauto ist an der heimischen Wallbox generell günstiger als an einer öffentlichen Ladesäule. Zuhause werden zum Großteil günstigere Preise pro Kilowattstunde bezahlt, doch nicht jeder Halter eines Elektrofahrzeugs hat die Möglichkeit, eine Akkuaufladung daheim vorzunehmen und auf diese Weise kostensparend zu tanken.
In dieser Situation kommen die Anbieter öffentlicher Stromtankstellen in den Fokus, die besonders oft auf Parkplätzen, Tankstellen, Baumärkten oder der Stadtverwaltung zu finden sind. Das Ladekabel des Elektroautos wird mit der Ladestelle verbunden und die Stromzufuhr mit der Ladekarte freigegeben oder alternativ die Anbieter-App genutzt.
Die Zahlung erfolgt klassischerweise mit einer Kreditkarte. Das Ad-hoc Stromtanken, bei dem keine Registrierung notwendig ist, können im Vergleich zur App oder Ladekarte höhere Kosten entstehen. An öffentlichen Ladesäulen ist der Akku deutlich schneller aufgeladen als beispielsweise daheim durch eine Wallbox mit 11 kW und somit der Zeitgewinn der beste Pluspunkt.
Zehn günstigste Ladetarife ohne Grundgebühr
1. Maingau Autostrom
Der Anbieter Maingau Energie GmbH betreibt unter der Marke Maingau Autostrom bundesweit Ladestationen in Deutschland.
Ladekosten
AC: 54 Cent/kWh
DC: 64 Cent/kWh
Standzeitzuschlag
AC: 10 Cent/Minute ab 240 Minuten
DC: 10 Cent/Minute ab 60 Minuten
2. ADAC e-Charge
Die Aral AG betreibt unter Aral Pulse x ADAC e-Charge ein Netz an Ladestationen.
Ladekosten
Aral pulse Ladestationen: 55 Cent/kWh
Andere Betreiber: 75 Cent/kWh
Blockiergebühr: An Aral pulse Ladepunkten wird keine Blockiergebühr erhoben.
Die Blockiergebühr bei Fremdanbietern beträgt 15 Cent pro Minute. An AC-Ladepunkten wird sie ab 120 Minuten berechnet, bei DC-Ladepunkten ab 45 Minuten.
3. Plugsurfing Ladekarte / App
Die Plugsurfing GmbH setzt im Jahr 2026 vollständig auf ein dynamisches und standortbasiertes Preissystem. Es gibt keine starren Preisstufen mehr; stattdessen bestimmt der jeweilige Säulenbetreiber den Preis.
Ladekosten zwischen
AC: 59 Cent/kWh
DC: 85 Cent/kWh
Blockiergebühr: Abhängig vom jeweiligen Stationsbetreiber.
Preise im Ausland (z.B. Ionity außerhalb Deutschland) sind variabel und müssen vor Ort bzw. in der App geprüft werden.
4. Vattenfal InCharge
Vattenfall hat den Markt im Frühjahr 2026 mit dem neuen „Fair Laden“-Modell aufgemischt. An den eigenen Vattenfall-Stationen wird kein Unterschied mehr zwischen AC und DC gemacht, sondern rein nach Standort abgerechnet.
Ladekosten
Vattenfall-Säule: Einheitsnetz-Preis von 44 bis 49 Cent/kWh (je nach Region)
Roaming: Ab 59 Cent/kWh
5. EWE Go
EWE Go: Die Tochter des Energieriesen EWE gehört im Juni 2026 zu den beliebtesten grundgebührenfreien Tarifen für Gelegenheitslader, da sie auf Preistransparenz setzt.
Ladekosten
An eigenen EWE Go-Stationen: 52 Cent/kWh (AC und DC identisch!)An Partner-Ladestationen (Roaming): 62 Cent/kWh
Blockiergebühr: An eigenen Säulen keine. Bei Partnern fallen ab 4 Stunden Standzeit 10 Cent/Minute an (maximal 24,00 €).
6. Lidl & Aldi Süd Ad-hoc
Alternative zu Charge&Pay von Bosch: Da der Dienst „Charge&Pay“ von Bosch eingestellt wurde, schlägt im Jahr 2026 die Stunde des unkomplizierten Bezahlens beim Discounter. Ohne Registrierung und ohne Grundgebühr kann direkt per Bank- oder Kreditkarte geladen werden.
Ladekosten
AC: 29 Cent/kWh
DC (bis 150 kW): 44 Cent/kWh
HPC-Ultraschnellladen (> 150 kW): 47 Cent/kWh
(Hinweis: Gilt primär während der Ladenöffnungszeiten)
7. MVV eMotion App & Web-App
Von der MVV Enamic GmbH wird die MVV eMotion App & Web-App betrieben.
Ladekosten
AC: 55 Cent/kWh
DC: 65 Cent/kWh
Blockiergebühr: 10 Cent pro Minute ab 240 Minuten bei AC und bereits ab 60 Minuten bei DC.
8. EnBW mobility+ Tarif S
Alternative zu Lichtblick: Lichtblick hat sein Tarifmodell stark ausgedünnt. Der EnBW Tarif S ist 2026 das absolute Must-have ohne Grundgebühr für das größte Ladenetz Deutschlands. Deutschlands größtes Ladenetz lässt sich im „Tarif S“ völlig ohne monatliche Fixkosten nutzen. Ideal als Backup-Karte für alle Fälle.
Ladekosten
AC: 56 Cent/kWh
DC: 65 Cent/kWh
Blockiergebühr: 10 Cent/Minute ab 240 Minuten im EnBW-Netz (gedeckelt auf max. 12,00 €).
9. Elli Free
Unter der Marke Elli Drive bietet der Autokonzern Volkswagen ein bundesweites Ladestationsnetz an.
Ladekosten
AC: 69 Cent/kWh
DC: 89 Cent/kWh
Blockiergebühr
AC: 5 Cent/Minute ab 3 Stunden
DC: 15 Cent/Minute ab 90 Minuten
10. Tesla Supercharger für Fremdmarken
Tesla hat fast alle seine Supercharger-Schnellladeparks für Elektroautos aller Marken geöffnet. Ohne monatliches Abo kann man einfach die Tesla-App herunterladen, eine Kreditkarte hinterlegen und ultraschnell laden.
Ladekosten
DC (HPC): Flexibel je nach Tageszeit und Standort, meist zwischen 40 Cent und 52 Cent/kWh.
Besonderheit: Zwischen 20:00 Uhr abends und 16:00 Uhr nachmittags ist das Laden in der Regel spürbar günstiger als in den Hauptverkehrszeiten.
Bei der Suche nach günstigen Ladetarifen zur Strombetankung des Elektroautos ohne eine Grundgebühr ist das Portal Goingelectric.de eine wertvolle Unterstützung.
Das E-Auto kostenlos laden: Ist das noch möglich?
Das komplett kostenlose Laden während des Einkaufs gehört im Jahr 2026 überwiegend der Vergangenheit an. Allerdings haben Einzelhandelsketten wie Aldi Süd und Lidl reagiert: Sie bieten an ihren Ladesäulen extrem günstige „Ad-hoc“-Preise per Kreditkarte oder App an (oft ab 29 Cent/kWh für AC). Das ist häufig günstiger als der heimische Haushaltsstrom und erfordert keinerlei Vertrag oder Grundgebühr. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeberartikel zum kostenlosen Laden von E-Autos.

